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02.09.2013

Die Sichtbeton-Debatte geht weiter - ÖDP startet Bürgerantrag

Mangold: "Die Passauer haben das Recht, sich an einer öffentlichen Debatte über das Stadtbild zu beteiligen“.


Die kontroverse Debatte, ob innerhalb des historischen Stadtzentrums Neubauten mit Sichtbeton-Fassaden zulässig sein sollen, ist noch nicht vom Tisch. Bürgermeister Urban Mangold (ÖDP) hatte eine Präzisierung der Stadtbildsatzung beantragt, um die umstrittene moderne Bauweise im Geltungsbereich der Stadtbildsatzung auszuschließen. Der Bauausschuss lehnte dies im Juli mit großer Mehrheit jedoch ab. Nun startet der ÖDP-Kreisverband einen Bürgerantrag.

Wenn 500 Passauer dafür unterschreiben, muss sich der gesamte Stadtrat erneut mit dem umstrittenen Thema befassen. Die Unterschriftenlisten können ab Montag unter der Telefonnummer 0851/931131 angefordert werden. Für kommende Woche werden Infostände in der Fußgängerzone geplant. Federführend bei der Aktion ist der stellvertretende ÖDP-Kreisvorsitzende Michael Schöffberger, der mit den ÖDP-Aktiven Stefan Stadler und Martin Scherr in der kommenden Woche die Unterschriftensammlung starten will. Bürgermeister Urban Mangold hat bereits angekündigt, dass er gerne als einer der ersten unterschreiben wird. Auch Bayerns oberster Denkmalschützer, Generalkonservator Prof. Dr. Egon Greipl hat bereits angekündigt, den Bürgerantrag zu unterstützen.

"Die Passauer haben das Recht, sich an einer öffentlichen Debatte über das Stadtbild zu beteiligen. Ich glaube auch, dass es die meisten Bürger nicht mehr hören können, wenn einzelne Planer meinen, sie müssten mit Betonklötzen einen Kontrapunkt setzen, damit das historische Umfeld wieder bewusst wird. Man muss nicht Salzsäure in ein Glas Honig schütten, um zu schauen wie es brodelt. Die Bürger wollen sich in erster Linie in der Stadt wohl fühlen und sich an den schönen historischen Bauten erfreuen", so Mangold. "Ich bin nicht gegen moderne Architektur, aber unser historisches Zentrum ist ein wunderbares städtebauliches Juwel. Das muss bleiben, wie es ist", fordert Mangold.

Eine Horror-Vorstellung wäre für den ÖDP-Politiker, wenn jetzt - nach der Ablehnung der ÖDP-Initiative im Bauausschuss - der hochwassersichere Ersatzbau für den bei der Flut-Katastrophe zerstörten Altstadtkindergarten "als Betonschachtel auf Stelzen" errichtet werden würde. Dagegen werde sich die ÖDP-Fraktion "nach Kräften wehren". Mangold: "Wenn alle fünf Jahre so ein Beton-Kubus im historischen Passau entsteht, dann werden wir unsere Stadt in ein paar Jahrzehnten nicht wieder erkennen. Und genau das wollen wir durch eine Konkretisierung der Stadtbildsatzung vermeiden. Das Echo aus der Bürgerschaft zeigt uns, dass vermutlich die Mehrheit genau so denkt wie wir".

In der seit 1986 bestehenden Stadtbildsatzung sei schon jetzt festgelegt, dass "Neubauten die Wesensmerkmale ihrer historischen Umgebung berücksichtigen sowie sich an Proportionen, Maßstäblichkeit und Gestaltungsprinzipien historischer Gebäude orientieren sollen" (§5). Mangold: "Eigentlich möchte man meinen, dass diese Satzung schon jetzt alles klar genug regelt". Weil diese aber sehr weit ausgelegt werde, sollte sie nun eben vom Stadtrat per Beschluss konkretisiert werden, fordert die ÖDP.

"Dass manche Architekten meinen, ausgerechnet der Bau von Betonklötzen müsse der öffentlichen Debatte entzogen werden," ist nach Ansicht von ÖDP-Bürgermeister Urban Mangold "nicht akzeptabel". Denn ansonsten sei in der Stadtbildsatzung sogar reglementiert, welche Form von Mauerputz zulässig und wo eine Solaranlage erlaubt ist. "


Wichtiger Hinweis: Die Unterschriftsliste ist nur gültig, wenn Bürgerantrag (Vorderseite) und Unterschriftsliste (Rückseite) auf dem selben Blatt abgedruckt ist.

Bürgerantrag und Unterschriftsliste


Donnerstag, 22. Oktober 2020

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